Bananas! Ein Film über erschreckende Tatsachen von Fredrik Gertten

Im Zuge der Berlinale gab es ein besonderes Event in der schwedischen Botschaft in Berlin: Fredrik Gerttens umstrittener Film „Bananas“ wurde gezeigt. Im Anschluss fand eine Diskussion mit einer Expertenrunde statt. Das Publikum war sichtlich geschockt, nachdem es erfahren hatte, was die Produktion der leckeren (Dole-)Bananen, die wir doch alle so gerne essen, für schreckliche Geschichten mit sich bringt.

Bananas - der umstrittene Dokumentarfilm von Fredrik Gertten

Bananas - der umstrittene Dokumentarfilm von Fredrik Gertten

Fredrik Gertten ist einer der berühmtesten Dokumentarfilmer Schwedens. Mit seinen Filmprojekten möchte er die Welt zeigen wie sie tatsächlich ist. Die Dokumentation „Bananas“ ist ein sehr gutes Beispiel dafür, denn dabei handelt es sich um den Prozess zwischen 12 nicaraguanischen Bananenplantage-Arbeitern und dem US-amerikanischen Großkonzern Dole. Dole wird beschuldigt, bewusst ein giftiges Pestizid zu verwenden, das in den 70er Jahren verboten wurde, weil es die Ursache für gesundheitliche Schäden und Sterilität ist.

Die gesamte Region Chinandenga in Nicaragua ist ein ökologisches Desaster. Die Pestizide, die für die dortigen Bananenplantagen benutzt werden, haben dieses Gebiet deutlich gebrandmarkt. Die Erde, das Wasser, die Pflanzen und natürlich die Menschen, die dort leben sind schwer betroffen. Angeführt von Juan Dominguez – einem Anwalt aus Los Angeles und Mitglied des „Million Dollar Clubs“ – versuchten die schaden nehmenden Nicaraguaner endlich auf die Missstände aufmerksam zu machen. Der erste Prozess gegen Dole begann mit einer Gruppe von zwölf Plantage-Arbeitern, doch tatsächlich sind mehrere Hunderttausend Menschen in Nicaragua betroffen.

Fredrik Gertten nutzt teilweise öffentlich zugängliches Material, Mitschnitte des Prozesses gegen Dole, und teilweise eigene Bilder aus Nicaragua. Sein Dokumentarfilm lässt die Zuschauer gespannt und geschockt in den Sesseln sitzen. Zunächst scheint es eine typische David und Goliath Geschichte zu sein, doch am Ende muss man sich fragen, ob überhaupt jemand als Sieger aus den Prozessen hinauskommt…

„Bananas“ wurde nur einmal in Los Angeles gezeigt und schon hatte Fredrik Gertten ein Problem: Dole passte es natürlich gar nicht, dass ein so negatives Bild von dem Großkonzern an die Öffentlichkeit gelangt. Nun hatte auch Gertten einen Prozess am Hals.

In der Diskussion nach der Filmvorführung in der schwedischen Botschaft in Berlin, kam zu Tage, dass Dole einerseits Fairtrade Bananen aus Peru und der Dominikanischen Republik vertreibt, aber andererseits bewusst das giftige Pestizid in Nicaragua verwendet hat. Wie kommt es bloß zu solch ambivalentem Verhalten? Wo und vor allem was soll man heutzutage noch einkaufen? Zudem, wenn Prozesse wie der von Dole einfach geheim gehalten und Filme über Tatsachen verboten werden?

Es gehört eine große Portion Mut und eine gut gefüllte Geldbörse (wegen der Prozesskosten) dazu, tatsächlich von seinem Recht auf Redefreiheit Gebrauch zu machen. Zum Glück brachte Fredrik Gertten beides mit, sowie gute Kontakte zu Politikern, sodass „Bananas“ in Schweden bereits auf DVD erhältlich ist. Auch in Deutschland wird der Film ab Herbst 2010 zu sehen sein – nur in den USA stehen die Chancen reichlich schlecht, dass „Bananas“ jemals wieder vorgeführt wird…

Quelle Foto: www.bananasthemovie.com



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Kommentare (1)


[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Fredrik Gertten, Christine Costa erwähnt. Christine Costa sagte: RT @FredrikGertten: http://www.hulablitz.de/bananas/ If you read German. [...]

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