Drogentests für Studenten: Unvermeidlich
Die Schreckensvision von Studenten, die vor einem Examen in einer langen Reihe stehen, um Urinproben abzugeben, ist von Wissenschaftlern immer häufiger zu hören. “Doping” im akademischen Bereich ist auf dem besten Weg, so normal zu werden wie im Sport. Psychologen warnen, dass diese kleinen Aufputschmittel bei Studenten sehr bald zum Alltag dazu gehören werden.
“Schlau-Mach-Drogen”, die angeblich akademische Leistung steigern, sind in den letzten Jahren in bedeutend höheren Umlauf geraten. Dadurch wird die Einführung eines obligatorischen Drogentests für Studenten vor den Examen unvermeidlich, so Vince Cakic, ein Psychologe der Universität von Sydney, Australien.

Ritalin, eine Aufputschdroge, bekannt für ihre Verwendung bei hyperaktiven Kindern, findet nun besonders großen Anklang bei Studenten, speziell in den USA. Studenten, die verzweifelt versuchen erfolgreich zu sein, greifen Heutzutage zu stärkeren Mitteln, als “nur” zu den traditionellen Anregungsmitteln: Kaffee und Zigaretten. Studenten mit Ritalin-Erfahrung berichten, dass es ihnen hilft, konzentrierter und fokussierter zu arbeiten, was Forschungsuntersuchungen mit Erwachsenen bestätigen.
Andere Drogen mit “Gehirn steigerndem” Potenzial sind Modafinil (Provigil) gegen Schlafstörungen, Donepezil (Aricept), das bei Alzheimer verschrieben wird und die Erinnerung verbessert, und Selegiline (Eldepryl), ein Mittel, das bei Parkinson eingesetzt wird, um die Motivation zu steigern.
Herrn Cakic zu folge, nimmt einer von vier Studenten einger US-amerikanischen Universitäten Aufputschmittel. Dieses Phänomen ist besonders an denjenigen Universitäten zu finden, die wettbewerbsorientiertere Auswahlkriterien haben. Nun lässt sich auch in Europa immer häufiger feststellen, dass Studenten sich dopen. Wir stehen vor einer Herrausvorderung für die gesamte Gesellschaft.
Die Medikamente zu verbieten ist fast unmöglich. So bleibt nur die Möglichkeit, dass Studenten – genau wie die sportliche Elite – getestet werden müssen. Aber trotz des Verbots, ist allgemein bekannt, dass 95% der Spitzensportler schon einmal zu den Drogen gegriffen haben.
Da die Anti-Doping Politik im Sport eindeutig fehl geschlagen ist, wird natürlich auch das gleiche im akademischen Bereich geschehen. Wie sollte es auch anders sein, wenn keine vernünftige Herangehensweise erarbeitet wird? Wie lachhaft es auch immer erscheinen mag, die Urinproben vor den Examen sind gar keine so abwegige Zukunftsvision. Und weil die Einnahme der Aufputschmittel – sei es Ritalin oder welches auch immer – während der Vorbereitung auf die Examen den Studenten Vorteile verschaffen, müsste man sogar während der Semester regelmäßige Drogentests durchführen.
Wie sieht die Situation in Deutschland aus? Wird auch den deutschen Studenten wegen des Bachlor-Drucks bald Kaffee nicht mehr ausreichen? Werden auch die Deutschen zu härteren Mogel-Mitteln greifen müssen?
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Kategorien: Opéra Comique
Tags: probleme, Universtität

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