Frida Kahlo “Retrospektive” – Ausstellung in Berlin
Seit dem 30. April schon pilgern tagtäglich mehrere hundert Menschen in den Martin-Gropius-Bau in Berlin. Egal an welchem Wochentag oder zu welcher Uhrzeit Mensch an dem Museum in der Niederkirchenerstraße (nahe Potsdamerplatz) vorbeiläuft, Mensch findet immer eine riesige Menschenschlange vor den Türen des Martin-Gropius-Baus. Die Frida Kahlo Ausstellung scheint wie ein Magnet auf die Menschen zu wirken. Doch warum der ganze Wirbel? War nicht zu Lebzeiten Diego Rivera – der berühmte Fresken-Maler und Ehemann Frida Kahlos – viel berühmter und anerkannter als sie selbst? Was macht Frida Kahlo und ihre Kunst so spannend?

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Frida Kahlo, die zum Spaß auch gerne “Madonna mit Bart” genannt wird, war eine unglaubliche Persönlichkeit, die sich selbst ständig neu erfand – inklusive ihres Geburtsdatums. Eigentlich wurde sie am 6. Juli 1907 in Coyoacán geboren, als Tochter einer “Mexikanerin” und eines “Deutschen”. Allerdings befand sie selber den 7. Juli 1910 als ein viel passenderes Datum, da dies die Geburtsstunde der mexikanischen Revolution war. Frida Kahlo verkörpert auf gewisse Weise dieses neue, unabhängige Mexiko. Nach ihrem selbst erfundenen Geburtsdatum würde die Malerin dieses Jahr 100 Jahre alt – mit deshalb wird ihr mit einer Ausstellung im Martin-Gropius-Bau in Berlin gehuldigt.
Frida Kahlo musste viel Leid hinnehmen während ihres relativ kurzen Lebens. Kinderlähmung, einen schrecklichen Verkehrsunfall, einen untreuen Ehemann, Fehlgeburten… genau daher rührte ihre ständige Selbstinszenierung – nach jedem Schicksalsschlag musste die Malerin sich neu komponieren. Alle ihre Emotionen und Lebenslagen sind in ihren 143 Werken festgehalten. 55 davon sind Selbstbildnisse, an denen man sehr genau ihre Wandlungen ausmachen kann. Bei vielen Bildern von Frida Kahlo, die Schmerz und Leid – ihre Seele – offenbaren, würde man ehrlich gesagt gerne wegsehen, aber andererseits sind sie derartig fesselnd, das dies völlig unmöglich ist.
Doch tortz der leidvollen Momente gierte Frida Kahlo nach Leben. Es lebe das Leben! Die Malerin liebte Gesellschaft und machte Bekanntschaft mit vielen Berühmtheiten. Sie war nicht nur Diego Riveras Frau, sondern auch die Freundin von Trotzki, Tina Modotti und André Breton. Frida Kahlo war eine Rebellin und Revolutionärin – genau deshalb fasziniert sie auch noch 50 Jahre nach ihrem Tod.
In der Ausstellung im Martin-Gropius-Bau in Berlin sind neben Gemälden viele Fotos zu sehen, die einen weiteren Einblick in ihr Leben gewähren. Mensch kann teile ihres Tagebuchs und “Kritzeleien”, die ihre Emotionen darstellen bewundern. Es ist fast ein bisschen unheimlich, wie offen gelegt Frida Kahlos Leben heute ist…
Sehenswert:
FRIDA KAHLO Retrospektive *30. April – 9. August 2010* Martin-Gropius-Bau, Berlin
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Kategorien: Kunst & Kultur
Tags: Berlin, farben, frauen, kunst, Künstlerin, Lateinamerika, Mexiko


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