Frühling, Grillen, Küchenchef

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Der Frühling ist eine unglaubliche Jahreszeit: Nach dem grauen, öden Winter kann man endlich wieder die Sonne genießen und muss sich nicht mehr so dick einpacken. Ganz im Gegenteil, kurze Kleider, knallige T-Shirts, Flip Flops und Co spiegeln bunt und lustig das Frühlingsgefühl wieder.

Neben dieser Kleinigkeit, ist der erste Sonnenstrahl aber auch immer der Startschuss, der die Grillsaison eröffnet. Die Parks verwandeln sich in glühende Landschafen. In der Luft liegt der Geruch von brutzelnden Delikatessen. Und das Miteinander von Mann und Frau läuft so harmonisch, wie sonst im ganzen Jahr nicht.

Mir kommt es manchmal tatsächlich so vor, als wäre das Grillen eine Reise in die Vergangenheit des menschlichen Zusammenseins, zu den Ursprüngen der Zivilisation. In eine Zeit, in der die Rollenverteilung noch nicht zur Diskussion stand, weil die Emanzipation erst 125 000 Jahre später erfunden wurde. Grillen ist so schön archaisch – bis auf die Tatsache, dass man Würstchen mittlerweile im Supermarkt kauft, anstatt sie mit dem Speer durch den Wald zu hetzen.
Ansonsten ist alles authentisch. Kein Herd, keine Pfanne, keine Dunstabzugshaube. Man macht Feuer, man grillt sein Fleisch, es raucht – und vor allem: Der Mann steht am Grill, die Frau macht Salat. Darüber gibt es kaum Diskussion.

Die wenigen Male an denen ich eine Frau gesehen habe, die versuchte sich um das Feuer zu kümmern, endeten einfach immer so, dass ein Mann ihr zur Hilfe kam. Die Frau überließ bald dankbar dem Mann ihren Posten.
Es sind immer die Männer, die das tun – und oft stehen sie zu dritt um den Grill herum, während die Frauen schon am Tisch sitzen und quatschen. Warum ist das so? Wahrscheinlich, weil es schon immer so war. Und weil es heute die einzige Möglichkeit ist, sich wie der Jäger von damals zu fühlen. Ein bisschen ursprünglich, ein bisschen wild – und nebenbei lässt sich auch noch der ebenfalls natürliche Trieb zur Pyromanie ausleben. Er, der Mann, als Herrscher des Feuers!

Bestimmt dauert es nicht mehr lang, bis Frauen den Männern auch diese Rolle streitig machen. Aber bis dahin: Freut euch auf den Frühling, auf das Grillen – und die Pausen vom wahnsinnig anstrengenden und Nerven aufreibenden Geschlechterkampf im übrigen Jahr.

Brokkoli-Nudelsalat für 4 – 6 Personen

Nudelsalat

500 g Rotini Nudeln in Salzwasser kochen
250 g gedünstete Brokkoliröschen
Rosinen
Pinienkerne

Dressing:
Olivenöl, Essig, Salz, Pfeffer und Knoblauch

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