Straßen Galerie: Berlin
Auf der Terasse eines gemütlichen Cafés in Berlin sitzend, streift mein Blick unbekümmert einen Laternenpfahl. Relativ auf Augenhöhe entdecke ich eine kleine Gruppe von Früchten aufgeklebt – Äpfel, Pfirsiche, Ananas, Kirschen. Das wäre mir nie aufgefallen, wenn ich nicht plötzlich tief in Gedanken versunken einfach in die Gegend gestarrt hätte.
Während ich an einem sonnigen Tag eine wunderschöne Kreuzbergerstr. entlang schländere, entdecke ich einen unbrauchbaren Fahrradrahmen, die Räder fehlen. Es ist geschmückt mit blauer Wolle – transformiert in Kunst. Ich betrachte einen Maschendrahtzaun, den jemand liebevoll mit getrockneten Blättern dekoriert hat. Die verschieden farbigen Blätter sind wunderschön durch die Maschen gefädelt. An einer Steinmauer klebt ein kleiner, unauffälliger Sticker mit dem Wort “think” drauf geschrieben.
In unserer modernen Kultur mit ihren überwältigen Massen an Werbung, Massenmedien und Massenkommunikation lehren uns, manchmal einfach abzuschalten oder uns abzukoppeln, weil es doch ein Limit gibt, wie viel wir pro Tag aufnehmen können. In vielen Fällen können ist es unmöglich über Qualität und Quantität mitzubestimmen, bei all dem was wir täglich aufsaugen. Deshalb wird es im urbanen Umfeld wichtig, sich irgendwie damit zu verbinden. Straßenkunst ist auf jeden Fall ein guter Weg dies zu tun. Indem man selbst zum Landschaftsbild beiträgt, wird es einem eigen – ich bin dann ein aktiver Teilnehmer, bestimme mit wie es funktioniert und trage zu seiner komplizierten Sprache bei.
Als Straßenkunst Liebhaber, ertappe ich mich selber bei der Suche nach kleinen Spuren von Künstlern, die anonym und raffiniert ihr Zeichen hinterlassen. Für einen Moment verlasse ich einfach die normale Welt und überlasse mich einer Alternative, einer Welt, in der unerwartetes und gewagtes geschieht, die mich zum Nachdenkenanregt. Dies kleinen, kunstvollen Gesten bestärken mich darin, nicht alles so ernst zu nehmen. Es ist wundervoll, wie Straßenkunst meine Aufmerksamkeit auf Dinge zieht, die ich sonst nicht entdeckt hätte, wie kleine unerwartete Bilder zu meiner Welt hinzugefügt werden…

"Autsch, meine Zunge!" in der Oranienstraße, Berlin Kreuzberg

wenn die Farbe von der Wand abblättert... Hackesche Höfe, Berlin Mitte

Stencil... Oranienstr., Berlin Kreuzberg

Aber es ist doch Kunst... Kottbusser Tor, Berlin Kreuzberg

Eis?! Kastanienallee, Berlin Prenzlauer Berg

Yuppies Crossing, Bergmannstr., Berlin Kreuzberg

Farbenfroh auf der Mittenwalderstr., Berlin Kreuzberg

Ein verschönertes Garagentor, Nähe Bergmannstr., Berlin Kreuzberg

süße Maus, Oranienstr., Berlin Kreuzberg

ein Blick nach oben lohnt sich auch mal... Oranienstr., Berlin Kreuzberg

kleine Details machens: "Peace"-Ohrring, Oranienstr., Berlin Kreuzberg

Mr. Brain, Kastanienallee, Berlin Prenzlauer Berg
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Kategorien: Allgemein, Kunst & Kultur

Kommentare (3)
Fokko
Mai 19th, 2010 at 21:38
Hallo! ich glaub deine Maus ist eher eine Ratte!
Kinka
Mai 20th, 2010 at 00:38
mh… wenn ich jetzt drüber nachdenke… wahrscheinlich schon, aber im letztendlich macht das ja zum glück keinen großen unterschied =)
Lu
Mai 23rd, 2010 at 17:16
Schöner Text, Anna, und die kleine Maus aus der Oranienstraße ist ja sooo süß!
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