Straßen Galerie: Marokko

Graffiti, Signage, öffentliche Darbietungen, Dekorationen,… all diese kleinen, anonymen Kunstwerke installiert, angeheftet oder dargeboten in öffentlichen Räumen, mit dem bestimmten Ziel, die Welt in einer kreativen oder denkanstoßenden Weise zu beeinflussen, können als Guerilla Art/Guerilla Kunst definiert werden.

Aber was motiviert Menschen dazu, Dinge auf diese Art und Weise in die Welt hinauszutragen? Warum Guerilla Art betreiben? Für diese so unerklärliche Leidenschaft können bereits Anzeichen in der ganz, ganz frühen Geschichte des Menschen gefunden werden. Schon in der Steinzeit haben sich Menschen dazu hingezogen gefühlt, die Wände ihrer Höhlen zu bemalen – was quasi das erste Anzeichen von Guerilla Art/Guerilla Kunst ist. Menschen haben scheinbar immer schon das dringende Bedürfnis gefühlt, sich mitzuteilen und öffentlich auszudrücken. Manchmal geschiet dies durch Geschichtenerzählen, Fragen oder oft durch das Ausleben von politischen Ideologien. In der Geschichte gibt es durchweg immer wiederkehrende Beispiele von politischen Cartoons, Straßentheater, Graffiti, politische Poster, Kreidemalerei an Wände, usw.

In den 1980er Jahren begannen viele Straßenkünstler wie Jean-Michel Basquiat und Keith Haring ihre Kunstwerke in mainstream Galerien und Museen auszustellen. Die Essenz ihrer Kunst blieb die gleiche, aber der Kontext in der sie ausgestellt wurde, änderte sich drastisch. Hat ihre Kunst bei dem Übergang etwas verloren? Teilweise ist öffentliche Kunst eben wegen des direkten Umfelds (öffentlichen “Ausstellungsort”) interessant mit dem es auf gewisse Art zusammenspielt. Das Kunstwerk wird Teil der Landschaft. Genau das motiviert viele Guerilla Art Künstler – sie wollen Kunst raus aus den Galerien holen und in die Hände der Menschen legen. Wenn Kunst allein auf Museen und Galerien beschränkt ist, bekommt nur ein bestimmtes Klientel sie zu sehen. Kunst wird Luxus. Guerilla Art/Guerilla Kunst dagegen ist für alle. Es werden Betrachter einbezogen, die vielleicht nie einen Fuß in ein Museum setzten würden.

Guerilla Art ist umsonst und frei zugänglich. Hier ein paar Eindrücke der marokkanischen Guerilla Art, der marokkanischen Straßen Galerie:

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