Velbert und der Herminghauspark

velbert kirche

Velbert – die Stadt ist keine Weltstadt, aber vielleicht hat der ein oder andere schon mal was von Velbert gehört. Velbert gehört zum Kreis Mettmann und befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Wuppertal, Essen und Düsseldorf. Die wohl bekanntesten „Sehenswürdigkeiten“ in Velbert sind das Deutsche Schloss- und Beschlägemuseum und der Nevigeser Mariendom. Der Herminghauspark in Velbert-Mitte ist als der einzige Park in Velbert eine Art Stadtpark und ebenfalls ein beliebter Treffpunkt für viele Velberter. Der Herminghauspark bietet nicht nur Spazierwege, sondern auch Spielplätze und große Rasenflächen, die sich bestens zum Grillen, Sonnen oder spielen eignen.

Am Samstag den 11. April 2009 war wieder wunderbares Wetter und so war auch der Herminghauspark in Velbert abermals bevölkert von vielen verschiedenen Jugendlichen Gruppen, die friedlich grillten und ihr Bier tranken. Gegen 22 Uhr kam Sicherheitspersonal der Stadt Velbert und wollte das Grillen beenden und den Herminghauspark räumen, um Ruhestörungen und Weiteres zu vermeiden.

Eine große Gruppe von ca. 60 Jugendlichen fing an aufzuräumen, Müll wegzuwerfen, Pfand einzusammeln und den Park langsam zu verlassen, um auch weiterhin den Park ohne Probleme nutzen zu können.

Jedoch ging es dem Sicherheitspersonal anscheinend nicht schnell genug, denn es kam plötzlich zu unerwarteten Übergriffen auf Leute, die gerade noch friedlich dabei waren Müll einzusammeln und es wurde auch vor dem völlig überflüssigen Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray nicht haltgemacht.

Nach einiger Zeit kam die Polizei dazu, deren Aufgabe es normalerweise ist, eine weitere Eskalation des Geschehens zu verhindern. Allerdings schienen die Polizisten genau diese Eskalation provozieren zu wollen, indem sie die Jugendlichen durch schubsen, beschimpfen und durch einen unkontrolliert geführten und aufgeheizten Polizeihund schneller aus dem Park vertreiben wollten.

Leider war der Hundeführer nicht Herr seines Hundes oder wollte es nicht sein, so dass nach kurzer Zeit Leute auf dem Boden lagen und der Hund grundlos, zur Einschüchterung der Jugendlichen auf diese losgelassen wurde. Dass man in solch einer Situation die unangemessene Vorgehensweise der Polizeibeamten nicht in Frage stellen darf, hat auch ein 24-jähriger Velberter am eigenen Leib zu spüren bekommen, der seiner auf dem Boden liegenden und von mehreren Beamten festgehaltenen Freundin helfen wollte. Um auch diese Situation eskalieren zu lassen wurde dem vollends angestachelten Polizeihund der Maulkorb abgenommen und er wurde auf den jungen Velberter losgelassen, welchen die Polizisten auch durch ihr eigenes Bemühen hätten festhalten können. Mit einem zerfleischten Arm des Opfers lässt es sich eben leichter festnehmen und abführen. Umstehende Leute, die helfen wollten wurden festgehalten, umgeschlagen und auf schon am Boden liegende wurde nachgetreten. Auf das Verlangen der Dienstnummer am selben Abend wurde nicht eingegangen und die schon an diesem Abend abgegebenen Anzeigen konnten am nächsten Tag im Computer der Polizei seltsamerweise nicht mehr gefunden werden.

Da ist Objektivität gegenüber der Staatsgewalt nicht leicht zu wahren, denn die an diesem Einsatz beteiligten Polizisten demonstrieren, dass Menschen in Uniform mehr Macht und Rechte haben und diese auch willkürlich und wahllos gegen Leute einsetzen. Die Jugendlichen wurden wieder als „Randalierer“ oder „Unruhestifter“ abgetan, gegen die es diesmal zu handeln galt, denn die Wochen davor war die Polizei wegen ihres „Nichtstuns“ bei Schlägereien und Ruhestörungen durch Jugendliche im Herminghauspark durch die Presse und Anwohner in Bedrängnis geraten. Doch dies rechtfertigt einen derartigen Umgang mit friedlichen und aufräumenden Menschen keinesfalls und wird hoffentlich durch entsprechende Anzeigen und Beschwerden nicht mehr vorkommen und die Polizei auch somit ihrer Aufgabe der Deeskalation gerecht.


Weitere Informationen:

Verfälschter Polizeibericht.

Radiobericht (Nr. 2704 suchen).

Zeitungsbericht der WZ.


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